EVU Youth Page - Stories
Freund oder Feind?
Lina ging die Straße entlang. Ihre winzigen Pfötchen hinterließen Abdrücke im Schnee und die hundert Meter bis zum Straßenende kamen ihr vor wie endlose Kilometer. Ihre kleine Nase schnüffelte sich den Weg durch den Schnee, denn ihre hellblauen Augen waren nur halb offen. Die kleine Maus
war erst vor einer Woche geboren worden. Plötzlich drang ein merkwürdiger Geruch in ihre Nase. Lina blieb stehen und schnüffelte noch aufgeregter. Der Geruch kam vom anderen Ende der Gasse. Langsam, ganz langsam lief Lina weiter. Unbekannte Gerüche muss man sofort auskundschaften, das war so ein Gesetz bei den Mäusen. Das war aber auch Linas Instinkt, denn Lina hatte ihre Mutter verloren, bevor diese Zeit hatte, ihr irgendetwas zu erklären. Jetzt war sich Lina sicher, dem fremden Etwas ganz nah zu sein! Sie öffnete die Augen so gut es ging und erschrak: Vor ihr stand etwas Großes, Schwarzes- ein riesiger schwarzer Kater, der sie mit seinen Bernsteinaugen anfunkelte! Wie vom Blitz getroffen rannte Lina weg, sprang über Steine und lief und lief. Sie hörte, wie der Kater ihr hinterher rannte und auf einmal merkte sie, dass vor ihr eine Mauer war. Links Mauer, rechts Mauer und hinten Kater! Sie war in der Sackgasse. „Oh, bitte friss mich nicht!“, rief Lina mit angsterfüllter Stimme. „Fressen? Wer hat etwas von Fressen gesagt? Ich bin Vegetarier! Ich will spielen!“, antwortete der Kater. „Wirklich? Ich will auch spielen!“, sagte Lina. So wurde aus Angst Freude und aus einem vermeintlichen Feind der beste Freund.
Alexandra (11)
Ansichtssache
Am meisten stört mich auf der Welt, dass die Menschen Tiere töten. Ich wünsche mir, dass die Menschen enger mit Tieren zusammenleben.
Mario (12)
Das Märchen von Mascha und Libby
Es waren einmal zwei Schafe, die waren nur geboren worden, um nach einem Jahr getötet und aufgegessen zu werden. Sie weideten auf einer Wiese, angebunden an kurzen Stricken. Tag und Nacht verbrachten sie im Freien, ob es regnete oder stürmte. Wasser bekamen sie nicht, auch als im Sommer die Sonne vom Himmel brannte. Ihr Besitzer beobachtete mit Wohlgefallen, wie sie größer und dicker wurden. Ihm lief schon das Wasser im Mund zusammen, wenn er an den Braten dachte!
Da kam eines Tages im Mai eine Familie aus Berlin daher gefahren, um in der Oberlausitz ein paar Tage Ferien zu machen. Beim Besitzer der Schafe hatte sie eine Ferienwohnung gebucht.
Als sie aus dem Auto stieg, fielen der ältesten Tochter gleich die beiden Schafe ins Auge.
"Oh, sind die süß!", rief sie aus. Der Besitzer, der gerade aus dem Haus getreten war, gab nur zur Antwort: "Die werden im Herbst geschlachtet!" Den Kindern traten Tränen in die Augen und allen waren die Ferientage schon gründlich verdorben.
Doch dann wurde ein Plan zur Rettung der Tiere geschmiedet. Als die Familie wieder abreiste, blökten die Schafe zum Abschied. Sie wussten nicht, dass sie vier Monate später eine Reise ins Leben, nicht in den Tod antreten sollten.
Inzwischen hatte die Familie nämlich ein kleines Paradies für sie gefunden mit vielen sanftmütigen Kollegen, die sie sofort in ihre Mitte aufnehmen sollten. Der Besitzer verkaufte die Schafe an die Familie und es fand sich ein Wagen, um die beiden zu transportieren. Ende September war der große Tag da: Nach einigen Stunden der Ungewissheit waren sie am Ziel, an diesem wunderbaren Ort inmitten der Wälder! Ein Ort des Friedens und Wohlbehagens. Weg mit den Stricken und über die Weide gesprungen! Eigentlich fing das Leben nun erst an.
Nun kennt ihr meine Lieblingstiere! Wir haben sie Mascha und Libby getauft und besuchen sie oft in ihrem neuen Zuhause bei Berlin. Sie leben jetzt in der Tierherberge "Rendez- vous- mit- Tieren" der Tierschutzorganisation "Pro Animale" zusammen mit vielen anderen Tieren wie Pferden, Ziegen, Eseln, Hunden und Lamas. Für all diese Tiere kann man Patenschaften übernehmen. Näheres unter: www.pro-animale.de www.pro-animale.de
Laura
Die Rettung einer Maus
Wie jedes Jahr verbrachten wir unsere Sommerferien in einem kleinen Dorf im Schwarzwald.
An einem sonnigen Nachmittag vor einigen Jahren ging ich auf die Straße und wollte mit meiner Playmobilfigur spielen. Da sah ich zwei Katzen. Ich lief schnell hin, um sie von der Straße zu scheuchen, damit sie nicht überfahren werden. Da entdeckte ich, dass sie mit einer armen Feldmaus spielten! Sofort versuchte ich die Katzen zu verscheuchen, aber das war gar nicht so einfach. Gerade mal einen halben Meter wichen sie zurück. Ich nahm die kleine Maus, die alle viere von sich gestreckt hatte und sich vor Schreck tot stellte, in meine Hand. Welch ein Glück, sie atmete noch! Schnell lief ich zu unserem Haus und zeigte sie meinen Eltern. Wir legten sie in eine Kiste mit Heu und gaben ihr zu essen und zu trinken. Unser Hund Flora fand das alles sehr interessant und schnüffelte in der Luft.
Nach einer Weile hatte sich das Mäuschen wieder gut erholt, denn als ich meinen Finger in die Kiste steckte, wollte sie zuschnappen! Schließlich brachten wir sie zu einem Stapel Holz bei einer Hütte. Sie schlüpfte schnell zwischen die Holzscheite. Hoffentlich hat sie aus ihrem Katzenabenteuer gelernt!
Sophie
Die Rettung einer Taube
An einem Freitag im letzten Juni wollte meine Mutter die Blumen im Garten sprengen. Als sie das Wasser anschalten wollte, sah sie vor sich eine Taube herumspazieren. Das Seltsame war, dass sie nicht wegflog!
Wir fingen sie, um sie genauer anzusehen. Wir entdeckten keinen gebrochenen Flügel oder ein gebrochenes Bein, aber wir bemerkten einen Ring am Fuß. Wir riefen den Tierschutzverein an und die Leute dort sagten uns, es handele sich um eine Brieftaube. Leider erreichten wir nicht den Taubenzüchterverband, da das Büro am Wochenende geschlossen war. Deshalb setzten wir die Taube in eine Kiste und versorgten sie mit Futter und Wasser. Als wir versuchten sie am Montag fliegen zu lassen, hatten wir kein Glück, denn die Taube war immer noch zu schwach. Wir brachten sie zurück in ihre Kiste. Am Dienstag erhob sie sich dann in die Lüfte!
Nach der Nummer auf ihrem Ring war die Taube erst ein paar Monate alt und gehörte jemand in Schottland. Wir leben jedoch nahe London, so lag ein Flug von Hunderten von Kilometern vor ihr. Sie war schon erschöpft nach einem langen Flug, als sie bei uns auftauchte, oder sie hatte die Orientierung verloren. Ich bin froh, dass sie gerade in unserem Garten gelandet war und wir ihr helfen konnten. Arme Taube, sie ist nur ein Spielzeug für ihren Besitzer.
Hannah
