Europäische Vegetarier Union

Pressemeldung zum Welternährungstag – 16. Oktober 2006

Vegetarismus - ein Symbol der Solidarität mit den hungernden Menschen

Heutzutage hungern 815 Million Menschen, das sind 17 Prozent der Bevölkerung in Entwicklungsländern. Der Prozentsatz hat sich seit 1990 (20 Prozent) nicht erheblich verringert, und es ist zu befürchten, dass er auch im Jahr 2015 immer noch auf einem nicht akzeptablen hohen Niveau (11 Prozent) liegen wird.

Ein Mangel an Nahrungsmitteln führt schon unter 'normalen' Umständen zu dramatischen Folgen, aber wie wird die Situation aussehen, wenn auch noch die Ernten schlecht ausfallen?

Und sie sind schlecht: Schwierige klimatische Bedingungen in verschiedenen Teilen der Welt, besonders in Australien, Argentinien und Brasilien, ruinieren gegenwärtig die Ernten. Andauernde Hitzeperioden und Dürre bedrohen aber auch zukünftige Erträge, so dass ein erheblicher Rückgang der Reserven zu befürchten ist. Geschrumpfte Vorräte und hohe Preise werden viel Elend bringen.

Der Grund dafür, dass der Bedarf an Getreide die weltweite Produktion übersteigt, ist eine Konsequenz des ständig wachsenden Fleischverbrauchs. Bedauerlicherweise ist ein Eingeständnis dieser Tatsache nirgendwo zu finden. Die einzige Reaktion auf das bedrohliche Szenario besteht in Warnungen, aber welche Hilfe bieten Sirenen, wenn nicht gleichzeitig ein sicherer Weg aus der Notsituation aufgezeigt werden kann?

Sollte irgendeine Organisation, national oder international, einen Gesamtplan zur Lösung des Problems vorlegen können, dann ist dies nun der ideale Augenblick dafür, damit nicht einfach wieder zur Tagesordnung übergegangen wird: Reiche füttern ihre Tiere mit Getreide, Mais und Sojabohnen, aber die Kinder der Armen müssen hungern.

Die Europäische Vegetarier Union weist darauf hin, dass die Bedrohung durch schlechte Ernten erneut die Dringlichkeit unterstreicht, den Hunger in der Welt mit einem neuen Konzept zu bekämpfen: Vegetarismus.

Diese friedliche Lebensweise kann verhindern, dass weiterhin Ressourcen durch die Fleischwirtschaft verschleudert werden: 6000 Kilo Karotten, 4000 Kilo Äpfel oder 1000 Kilo Kirschen können auf der gleichen Landfläche geerntet werden, die nicht mehr als 50 Kilos Rindfleisch produziert.

Eine derart unerhörte Extravaganz zwingt zum Umdenken, denn Fleisch ist ein Luxus, den wir uns im Namen von Menschlichkeit und Solidarität nicht mehr länger erlauben können.

Renato Pichler
Präsident
Europäische Vegetarier Union
Website: www.euroveg.eu
email: evu (at) euroveg.eu

Anmerkung: Die 2007 EVU Talks unter dem Titel "The veggie answer to world hunger" (die Antwort der Vegetarier auf den Hunger in der Welt) bieten eine Gelegenheit, dieses globale Problem zu diskutieren.

 


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