Europäische Vegetarier Union

Geschrieben/übersetzt von: Georgia Blackwell

Pressemitteilung der EVU

 

OFFENER BRIEF an

Herrn Josep Borrell Fontelles
Präsident des Europäischen Parlaments
Brüssel – Strassburg


21. Juli 2004


Sehr geehrter Herr Präsident,

der Vorstand und die Mitglieder der Europäischen Vegetarier Union (EVU), eine für die Interessen von Millionen europäischer Vegetarier arbeitende Dachorganisation, möchte Ihnen und allen neu gewählten EU-Parlamentariern dazu gratulieren, dass Sie nun ein neues und besseres Europa für 435 Millionen Bürger gestalten dürfen.

Der vegetarische Lebensstil hat viele Facetten, die auch Umweltbewusstsein und Fürsorge für Tiere einschliessen. Daher bitten wir Sie, mit aller dem Europäischen Parlament verfügbaren legislativen Gewalt zukünftige landwirtschaftliche Überproduktion zu verhindern und zur Beseitigung der katastrophalen Folgen des Intensiv-Anbaus beizutragen, wie z.B. hohe Nitrat-Konzentrationen in Boden und Grundwasser von 15 EU-Mitgliedsstaaten. Lassen Sie nicht zu, dass alte Fehler in die neuen Mitgliedsstaaten exportiert werden, in denen bisher, glücklicherweise, Anbau und Tierhaltung noch weniger intensiv praktiziert werden.

Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sind erste viel versprechende Schritte bereits getan, aber ein allgemeines Verständnis, dass Tiere mehr sind als Produktionsmittel, ist noch nicht zu erkennen. Tiere sind fühlende Wesen mit einem Recht auf Respekt und auf ein Leben ohne Leiden. Leider deutet die heutige Situation auf allgemein mangelndes Interesse an einer menschlicheren Behandlung von Tieren hin.

Der Etat für die Landwirtschaft beläuft sich auf ungefähr 50% des gesamten EU-Haushaltes. Das ist sehr viel Geld. Leider wurde bisher ein grosser Teil dieser Mittel für die Finanzierung von Massenschlachtungen im kurzfristigen Interesse gewisser Wirtschaftskreise, Töten von neugeborenen Kälbern, Aufzucht von Stieren für Stierkämpfe und zum Transport von Tieren zu Schlachthäusern, quer durch Europa und darüber hinaus, ausgegeben. Fraglos gibt es sinnvollere Möglichkeiten, diese enormen Mittel zu investieren.
Im Namen aller betroffenen Bürger und im Interesse der misshandelten Tiere ruft die Europäische Vegetarier Union alle Entscheidungsträger der EU auf, den Weg zu einer humaneren Zukunft zu ebnen und fordert: Schluss mit Subventionen für Grausamkeiten.


Herma Caelen
Generalsekretärin
Europäische Vegetarier Union
e-mail www.euroveg.eu


 


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