Offener Brief der EVU


Der Beitrag der Europäischen Vegetarier-Union zum “White Paper on a European Communication Policy“ der EU

Die europäische Vegetarier-Union, eine Dachorganisation, die die Interessen von Millionen Vegetariern in Europa vertritt, schätzt es, die Gelegenheit zu haben, an der Forumsdiskussion zum „White Paper on a European Communication Policy“, einem Programm mit besonderer Betonung auf den Rechten von Minderheiten, teilnehmen zu dürfen, um ihre Ansichten und Sorgen zum Ausdruck zu bringen.

Vegetarier sind in Europa tatsächlich eine Minderheit. Jedoch hat diese besondere Gemeinschaft eine beachtliche Größe erreicht und wächst mit enormer Geschwindigkeit. Die Zahl der Vegetarier in Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich alleine beträgt bereits fast 18 Millionen - das entspricht der Bevölkerung von Australien. Diese Menschen sind als Steuerzahler gezwungen, sich finanziell an Dingen zu beteiligen, die sie verabscheuen, genauer gesagt am täglichen Schlachtmassaker, das nicht nur Milliarden von Tieren das Leben kostet, sondern auch nicht selten zu wahnsinnigen Grausamkeiten führt. Leider erhalten diese gesetzestreuen vegetarisch lebenden Bürger als Gegenleistung sehr wenig.

In Europa wird sehr sorgfältig darauf geachtet, dass den Bedürfnissen jeglicher religiöser Gruppen, die besondere Anforderungen an Nahrungsmittel stellen, entsprochen wird. Leider wird Vegetariern dieses Glück nicht zuteil. Mehr als häufig finden diejenigen, die kein Fleisch essen wollen, kein angemessenes Angebot an Nahrungsmitteln in öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen, Universitäten, Regierungs- oder anderen offiziellen Stellen.

Darüber hinaus werden die Vorteile einer vegetarischen Lebensweise für den Einzelnen und die Gesellschaft vollkommen ignoriert. Forschung zur Untersuchung nutzbringender Alternativen zum Fleischkonsum wird nicht betrieben. Probleme, die mit der Produktion und dem Verzehr von Fleisch einhergehen werden nicht eingeräumt. Im Gegenteil: So wurde erst kürzlich am 25. April 2006 ein „Vorschlag durch die Kommission zur Beteiligung an der Finanzierung von Marketing-Maßnahmen im Sektor Eier- und Geflügelproduktion aus dem Budget der EU“ (IP/06/527) vom Rat unterstützt. Zahlen wurden nicht genannt, aber wie immer in diesen Fällen ist von astronomischen Kosten auszugehen.

Die Europäische Vegetarier-Union betrachtet es als ihre Pflicht, die Tatsache zu betonen, dass es eine gesündere Option gibt, den Vegetarismus.

Die Vogelgrippe breitet sich über den Globus wie ein Buschfeuer aus, BSE ist immer noch nicht vollständig unter Kontrolle. So ist es kein Wunder, dass die Verbraucher nicht mehr auf die Unbedenklichkeit von Fleischprodukten vertrauen. Diese dramatische Situation erfordert ernsthaft betriebene Forschung und Förderung gesünderer, ökologischerer und finanziell vertretbarer Optionen mit Respekt vor der Kreatur.

Es ist höchste Zeit den Vegetarismus offiziell als berechtigte und nutzbringende Lebensweise anzuerkennen.

Versandt durch:
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