Befürwortung von Rohkosternährung beim KongressEin Bericht über den Kongress der EVU von Douglas Graham und Rozalind GrubenEnglish - aus EVU News, Ausgabe 2/1999 |
Das diesjährige Treffen der EVU fand in Widnau, Schweiz statt. Unter der Leitung und Organisation von Sigrid De Leo wurde von vielen Teilnehmern diese Veranstaltung als eine der gelungensten Vegetarier-Konferenzen betrachtet, an die sie sich erinnern können. Sprecher aus aller Welt wurden engagiert, um eine Vielzahl von Themenbereichen vorzustellen, die von Interesse und das besondere Anliegen von Vegetariern sind. Hierzu zählen Ökologie, Ethik, Gesundheit, Tierrechte, Veganismus, Rohkosternährung, sportliche Aktivitäten und viele andere.
Es war gut, die seit langer Zeit führenden Persönlichkeiten in unserer Bewegung zu hören, wie Prof. Dr. Marcel Hebbelinck, Arne Wingqvist, Joyce D’Silva, Tina Fox, Dr. Douglas Graham, Prof. Rozalind Gruben und Prof. Dr. Klaus Jung. Ebenso erfrischend war es, den Enthusiasmus und die Aufregung von Neulingen in der Bewegung zu erleben. Der Veranstaltungsort der Konferenz, das Sportzentrum in Widnau, bot den Teilnehmern viele Möglichkeiten, einander kennen zu lernen. Es gab kleine und große Tische bei jeder Mahlzeit, die die Möglichkeit zu vertrauten Gesprächen und ebenso zu ausgelassenen Gruppenzusammenkünften gaben. Mehrere Ausflüge wurden organisiert, so dass alle Besucher der Konferenz die Chance hatten, viele Sehenswürdigkeiten der Umgebung zu sehen. Alle Geschmacksrichtungen wurden dabei berücksichtigt, wobei die Ausflüge von Bergwanderungen bis hin zum Besuch kultureller und historischer Orte reichten. Das Sportzentrum mit einer Vielzahl großartiger Einrichtungen wie Gymnastikhalle, riesiger Außenschwimmanlage und Fußballfeldern bot für jede/n eine große Auswahl an Freizeitaktivitäten. Jeden Tag lag der Schwerpunkt der Präsentationen auf einem anderen Thema, mit dem Ziel einen nachhaltigen Eindruck zu vermitteln. Ein Aufruf, der den Monat Oktober als den "Monat zur Ehrung des Lebens" erklärte, wurde entworfen, unterzeichnet und an viele der Weltmächte verschickt. Freunde trafen alte Freunde und schlossen viele neue Freundschaften. Aufgrund der inspirierenden Befürwortung von Rohkost durch viele Sprecher, suchten bei den Mahlzeiten die Kongressteilnehmer nach mehr Rohkostgerichten. Daher wurde vom Küchenpersonal fortwährend verlangt, Rohkostalternativen zu seinen köstlichen warmen Mahlzeiten anzubieten. Dies führte zu einem Problem bei der Zubereitung. Das Küchenpersonal servierte aus Unachtsamkeit ein nicht ordnungsgemäß zubereitetes Gericht aus rohen Hülsenfrüchten, in dem Glauben, dass kurzes Einweichen für den Verzehr ausreichend sei. Hierdurch erkrankten ungefähr 70 Menschen ernsthaft, von welchen 31 zur Behandlung ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die gute Nachricht war, dass alle innerhalb von zwölf Stunden nach Auftreten der Krankheitszeichen sich erholt hatten. Der mit der Versorgung nach diesem Unglücksfall betraute Oberarzt sagte, dass ihm viele Fälle von Nahrungsmittelvergiftungen begegnet seien, jedoch nicht ein einziger, der auf vegetarische Kost hätte zurückgeführt werden können. Nach seinen Angaben dauert es gewöhnlich fünf bis sieben Tage, um von dieser Art der Erkrankung zu gesunden und bei der Pressekonferenz drückte er öffentlich seine Verwunderung darüber aus, welch guter Gesundheit sich diese Vegetarier erfreuen müssten, um über solche erstaunlichen Selbstheilungskräfte zu verfügen!
Widnau zeigte sich anlässlich der Begegnung von seiner freundlichen Seite und verwöhnte die Teilnehmer die meiste Zeit der Veranstaltung mit ausgezeichnetem Sommerwetter. Jede/r drückte beim Abschiednehmen sein Bedauern darüber aus; es schien, dass alle gerne noch mindestens eine weitere Woche geblieben wären. Simultanübersetzungen machten die Kommunikation bei den Vorträgen problemlos und wenn keine Dolmetscher verfügbar waren, war immer jemand gewillt, einzuspringen und jede Unterhaltung zu erleichtern. Pläne wurden geschmiedet, sich einander bei Folgekonferenzen wieder zu begegnen, wobei man sich einig war, dass es eine Veranstaltung sein müsste, die bezüglich Geist, Energie und Einsatzbereitschaft der Erfahrung von Widnau gleichkommen würde. Die Art der Organisation war einmalig und Sigrid verdient Anerkennung für die großartigen Bemühungen, ihre Energie und ihren Enthusiasmus, die sie in dieses Projekt in den vergangenen zwei Jahren gesteckt hat. Ihre Tochter Francesca und die Söhne Marc und Tommaso waren auch fabelhaft und wurden niemals ihres vergnügten Lächelns und ihrer freundlichen Hilfsangebote müde. Den Erfolg der gesamten Veranstaltung kann man mit den Worten eines Teilnehmers beim Abschiednehmen am letzten Tag zusammenfassen: Douglas Graham, Rozalind Gruben |