Jüdische Vegetarier zwingen Rabbiner, jüdische Ernährungsgewohnheiten zu überdenkenEnglish - aus EVU News, Ausgaben 4/1998 und 1/1999 |
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Ein starker Zusammenschluss von Einzelpersonen sowie Organisationen wurde gebildet, um die Aufmerksamkeit unter Rabbinern auf die wichtigsten Aspekte der auf tierische Nahrungsmittel basierenden Ernährung zu lenken, die für eine Bedrohung der Menschheit verantwortlich sind und grundsätzliche jüdische Lehren verletzen, die im Zusammenhang mit der Gesunderhaltung des Menschen, dem mitfühlenden Umgang mit dem Tier, dem Umweltschutz, der Bewahrung natürlicher Ressourcen und der Hilfe für hungernde Mitmenschen stehen. Das Bündnis verschickt unter der Führung der Jüdischen Vegetarier Nord-Amerikas (Jewish Vegetarians of North America / JVNA) eine Sonderausgabe des Nachrichtenblatts der jüdischen Vegetarier (Jewish Vegetarian Newsletter) an 3 500 Rabbiner in ganz USA. Es enthält ein gesondertes Schreiben an die Rabbiner, einen Artikel der sich mit der Frage "Welche Ernährung bevorzugt Gott für die Menschen?" beschäftigt, außerdem fünf Informationsblätter über Fakten, die Widersprüche zwischen jüdischen Grundwerten und der Realität aufzeigen, in Verbindung mit der Produktion und dem Konsum von Fleisch in den Bereichen Gesundheit, Umgang mit dem Tier, Ökologie, Nutzung von Ressourcen und Hunger, sowie anderes Material über Judaismus und Vegetarismus. Warum diese Kampagne zu dieser Zeit?Jemand hat gesagt, dass nichts so unwiderstehlich sei, wie eine Idee, für die die Zeit reif ist. Das Bündnis ist der Meinung, dass die Zeit für jüdische spirituelle Führer gekommen ist, die vielen moralischen Aspekte im Zusammenhang mit unseren Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. In der Einleitung zu der Sonderausgabe des Newsletters wird die Frage gestellt: "Können wir weiterhin die zunehmende Ausbreitung degenerativer Erkrankungen, deren Ursachen in Nahrung tierischer Herkunft zu suchen sind, und die eine Belastung für die jüdische Gemeinschaft und andere Gemeinschaften darstellen, ignorieren? Können wir weiterhin zusehen, auf welch unglaublich grausame Weise heutzutage Tiere in der industriellen Landwirtschaft aufgezogen werden? In Anbetracht des zunehmenden Nachweises von Bedrohungen für die Umwelt wie globale Erwärmung und die Zerstörung tropischer Regenwälder und anderer Lebensräume, Mangel an Ressourcen wie z. B. die Wasserknappheit und zunehmendem Hunger, können wir da die Einflüsse ignorieren, die die moderne Intensivhaltung des Viehbestandes in jedem einzelnen dieser Bereiche hat?" Neben der Organisation der Jüdischen Vegetarier von Nord-Amerika unterstützen mehrere andere in Verbindung mit dem Vegetarismus stehende jüdische Gruppen, einschließlich der Internationalen Jüdischen Vegetarischen Gesellschaft (International Jewish Vegetarian Society), den Tierrechtsorganisationen "Juden für Tierrechte" (Jews for Animal Rights / JAR), "Hilfe für Tiere in Israel" (CHAI), "Anonym",(der größten israelischen Tierrechtsorganisation) und L’OLAM (Komitee für Judaismus und Ökologie) den Brief und die Kampagne. Diese Gruppen fordern Rabbiner und andere jüdische Führer weltweit auf, sich einer neuen jüdischen Bewegung anzuschließen, um die vegetarische Ernährungsweise zur modernen Umsetzung des Kaschrut (der jüdischen Speisegesetze) zu machen. Unter der großen bedeutenden Gruppe von Unterzeichnern des Briefes an die Rabbiner sind:
Der Brief wurde von 21 Rabbinern gebilligt, die alle jüdischen Konfessionen repräsentieren. Hierzu zählen die Rabbiner Fred Dobb, Everett Gendler, Sidney Jacobs, Rolando Matalan, Marcia Prager, Harold Schulweis, David Seidenberg, Rami Shapior, Carla Theodore, Noach Valley, Arthur Waskow und Sheila Weinberg. Von Bedeutung ist, dass mehrere Oberste Rabbiner Israels, einschließlich Shear Yashuv Cohen, dem amtierenden Obersten Rabbiner von Haifa, und dem verstorbenen Shlomo Goren, ehemaliger ostjüdischer Oberster Rabbiner von Israel, strenge Vegetarier waren oder gewesen sind. Die Kampagne ist von daher ungewöhnlich, dass daran einzelne Juden beteiligt sind, die Rabbiner zur Anwendung grundsätzlicher jüdischer Werte als Antwort auf gegenwärtige kritische Fragen herausfordern.
Die Sonderausgabe des Nachrichtenblatts der Vereinigung der Jüdischen Vegetarier Nord-Amerikas (JNVA) ist der erste Schritt hin zu geplanten weiteren Bemühungen, Themen, die im Zusammenhang mit Ernährung stehen, in jüdischen Kreisen zur Diskussion zu stellen. Zu den geplanten Schritten gehören:
Richard Schwartz ist Autor von "Judaismus und Vegetarismus", "Judaismus und globales Überleben" sowie "Mathematik und globales Überleben". Er ist Schirmherr
der Internationalen Jüdischen Vegetarischen Gesellschaft. Seine Artikel über Judaismus und Vegetarismus sind im Internet unter: http://www.rasheit.org
(im Abschnitt "Rebbes") veröffentlicht, sowie unter http://envirolink.org/arrs/essays/schwartz/menu.html (siehe auch den Artikel in EVU-News "Kostenloser E-mail-Kurs über Judaismus und Vegetarismus")
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